Städtebaulicher Wettbewerb

Der Wettbewerb

Vom Stadtrat wurde Ende 2013 beschlossen, unabhängig von der Aufnahme ins Programm zur Städtebauförderung die bauliche Entwicklung in der Erbacher Innenstadt durch die Ausschreibung eines städtebaulichen Planungswettbewerbs voranzutreiben. Ein städtebaulicher Planungswettbewerb bindet Architekten, Stadtplaner und Landschaftsarchitekten ein und dient der Ideenfindung für die künftige Gestaltung unserer Innenstadt. Durch die Konkurrenz von Planungsbüros soll die beste Lösung für Erbach ermittelt werden. Das Verfahren ist anonym, so dass allein die Qualität der Lösungen entscheidend ist. Der Wettbewerb gibt Grundstückseigentümern, Investoren und nicht zuletzt der Stadt die notwendigen Rahmenvorgaben für eine bauliche Entwicklung der Innenstadt an die Hand.


Die Wettbewerbsaufgabe

Die Wettbewerbsaufgabe (Auslobung) wurde vom Stadtrat in seiner Sitzung am 24.03.2014 beschrieben und beschlossen. Die wichtigsten Aufgabenbestandteile sind:

 

  • Die Neuordnung und Entwicklung der privaten Quartiere mit einer überwiegenden Wohnnutzung, bestehend aus zukunftsfähigen und attraktiven Wohnformen für alle Generationen.
  • Gestalterische Aufwertung der Erlenbachstraße und der Donaustetter-Straße in Verbindung mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen und einer Verbesserung für Fußgänger und Radfahrer.
  • Die bauliche Ergänzung und Umgestaltung der Bereiche Marktplatz, Rössleplatz und der Flächen ums Rathaus.
  • Die Vernetzung der nördlichen und südlichen Stadtquartiere durch Wegeverbindungen.
  • Die Einbindung des Erlenbachs, mit der Gestaltung von Freiflächen und einer durchgängigen Wegeverbindung am Erlenbach.
  • Die Entwicklung alternativer Konzepte im Bereich Nahversorgung mit innovativen Ideen zur Vermarktung regionaler Produkte.
  • Die Prüfung der Ansiedlung einer Stadtbücherei evtl. in Kombination mit weiteren kulturellen Nutzungen, insbesondere eines Jugendhauses und einer Räumlichkeit für Veranstaltungen.

 

Den gesamten Auslobungtext in voller Länge finden Sie hier. Den Plan zur Abgrenzung des betroffenen Wettbewerbgebietes können Sie hier herunterladen.

Das Preisgericht

Das PreisgerichtNach rund zwölf Stunden intensiver Prüfung von 17 Entwürfen, hat das neun-köpfige Preisgericht am Freitag, den 25. Juli einstimmig den Sieger des städtebaulichen Wettbewerbes für unsere Erbacher Innenstadt ausgewählt.

 

Das Preisgericht setzte sich aus 4 Sachpreisrichtern (Bürgermeister Achim Gaus, Hans Seemann, August Weber und Magdalena Ochs) und 5 Fachpreisrichtern (Frau Stadtbaumeisterin Dolderer und vier externen Architekten) zusammen.

 

Die Arbeiten wurden dem Preisgericht zunächst bei einem Informationsrundgang ausführlich und wertfrei durch das betreuende Architekturbüro Wick + Partner vorgestellt. Anschließend prüfte das Preisgericht in zwei Bewertungsrundgängen die Entwürfe u.a. im Hinblick auf ihre städtebauliche Qualität und ob die Architekten auf die spezielle Aufgabenstellung für Erbach eingegangen sind. Diese Prüfung führte zum Ausschluss von elf Arbeiten. Die übrigen sechs Entwürfe kamen in die engere Wahl und wurden einzeln durch jeweils einen Fach- und Sachpreisrichter analysiert und schriftlich beurteilt. Nach einem gründlichen Meinungsaustausch beschloss das Preisgericht die Rangfolge der Wettbewerbsbeiträge.

Die Preisträger

1. Preis:

Ute Michaelsen (Stuttgart) und Thomas Frank (Nürtingen), Tarnzahl 1013.

Die Siegerarbeit zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie ein langfristiges Leitbild für die Entwicklung unserer Innenstadt schafft. Sie geht mit dem baulichen Bestand behutsam um, bietet aber gleichzeitig die Möglichkeit, erste Ideen bereits kurzfristig umzusetzen. Außerdem kann der Entwurf Grundlage für einen gemeinsam mit den Eigentümern zu entwickelnden Rahmenplan für den künftigen Umgang mit einzelnen Grundstücken sein.

1. Preis - Lageplan 

1. Preis - Modell

2. Preis:

Prof. Gerd Baldauf, Architekten und Stadtplaner mit König und Partner Landschaftsarchitekten (beide Stuttgart), Tarnzahl 1005.

Die Verfasser des 2. Preise greifen  wesentlich deutlicher in die Bestandsbebauung ein. Die Neubebauung ist deutlich massiver als beim ersten Preis. Die Gestaltung der Freiräume und des Erlenbachs ist sehr hochwertig und stellt eine qualitätvolle Grünverbindung über drei Plätze dar. Die Arbeit ist geprägt von sehr schönen einzelnen Details, so stellt z.B. eine Markthalle mit Wohnen auf der Südseite der Erlenbachstraße eine sinnvolle und durchaus weiterzuverfolgende Neunutzung dar.

2. Preis - Lageplan

2. Preis - Modell


3. Preis:

Herrmann und Bosch Architekten mit Glück Landschaftsarchitektur (beide Stuttgart), Tarnzahl 1012.

Die Arbeit überzeugt durch eine hohe gestalterische Qualität in der Freiraumplanung. Das  durchgängige Grünkonzept findet seinen Höhepunkt in einem Stadtpark zwischen Ehinger und Donaustetter Straße. Die städtebauliche Dichte ist durchaus maßvoll lässt aber bei der Neuordnung der Grundstücke eine zum Teil nur sehr langfristige Entwicklung erwarten. Das Thema Wasser ist immer wieder im Gesamtkonzept, sei es durch einen neuen Bachlauf entlang der Erbacher Straße, oder auch durch verschiedene Brunnen, enthalten.

3. Preis - Lageplan

3. Platz - Modell

Fragen, Anregungen, Hinweise?

Wenn Sie Fragen zum Städtebaulichen Wettbewerb haben, steht Ihnen bei der Stadtverwaltung gerne Frau Dolderer (E-Mail: dolderer@erbach-donau.de, Telefon 96 76 – 40) zur Verfügung.